Die kurze Antwort zuerst, weil Sie vermutlich gerade vor Ihrer Tür stehen. Eine simple Türöffnung, wenn die Tür nur zugefallen und nicht abgeschlossen ist, kostet in München tagsüber meist zwischen 70 und 130 Euro. Abends, nachts oder am Wochenende liegen Sie realistisch bei 130 bis 250 Euro inklusive Anfahrt. Und wer zahlt? In den allermeisten Fällen der, der ausgesperrt ist, also Sie selbst. Der Vermieter zahlt nur, wenn das Schloss defekt war, und die Versicherung springt fast nie für die reine Türöffnung ein. So sieht die Realität aus, und jetzt gehen wir die Ausnahmen durch.
Ich bin Nina, ich bin Schließtechnikerin und berate seit zwölf Jahren rund um Mietfragen, wer für welchen Schlüssel haftet und wann der Vermieter wirklich in der Pflicht ist. In einer Stadt mit Deutschlands höchsten Mieten ist genau diese Frage heikel, weil hier viel Geld auf engem Raum aufeinandertrifft. Vorab, damit das klar ist: Das hier ist allgemeine Information aus der Praxis, keine Rechtsberatung. Im Streitfall führt der Weg zum Mieterverein oder zur Rechtsberatung.
Was die Türöffnung in München wirklich kostet
Die Türöffnung ist der häufigste Notfall überhaupt, und der Preis hängt an drei Dingen: Uhrzeit, Aufwand und ob wirklich abgeschlossen war. Eine zugefallene Tür ist in Sekunden auf, ohne Schaden. Eine abgeschlossene mit mehrfach vorgeschlossenem Riegel ist echte Arbeit und kann teurer werden. Hier die Spannen, die in München marktüblich sind, aus der Praxis und ohne Garantie.
| Situation | Realistischer Preis in München |
|---|---|
| Tür zugefallen, tagsüber (Mo bis Fr, 8 bis 18 Uhr) | 70 bis 130 Euro |
| Tür zugefallen, abends oder Wochenende | 130 bis 220 Euro |
| Tür zugefallen, nachts (22 bis 6 Uhr) | 170 bis 250 Euro |
| Tür abgeschlossen, mit Mehraufwand | Aufschlag, oft plus 40 bis 90 Euro |
| Schloss beschädigt, Austausch nötig | plus Materialkosten Zylinder |
Mein klarer Standpunkt: Eine normale zugefallene Wohnungstür rechtfertigt keine 400 Euro. Wenn Ihnen am Telefon 39 Euro versprochen werden und vor Ort plötzlich das Dreifache verlangt wird, ist das die klassische Masche, über die auch die Verbraucherzentrale seit Jahren warnt. Dazu gleich mehr.
Warum München beim Preis eine eigene Liga ist
München ist teuer, im Wohnen wie im Handwerk. Die Anfahrt durch den Mittleren Ring zur Stoßzeit, die hohen Standkosten eines seriösen Betriebs, all das schlägt sich nieder. Ein ortsansässiger Schlüsseldienst, der wirklich aus Sendling oder der Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt kommt, nennt Ihnen am Telefon eine ehrliche Spanne und hält sie. Was in München leider auch passiert: überregionale Callcenter mit Lockpreisen, die den nächstbesten Subunternehmer schicken, und der kassiert dann bar, was er will.
Das Muster ist immer gleich. Am Telefon eine Zahl, die zu schön ist. Kein Firmenname am Fahrzeug. Keine Rechnung, oder eine mit Fantasieposten. Und der Klassiker: Die simple zugefallene Tür wird zum angeblich hochkomplexen Fall aufgebauscht, plötzlich muss gebohrt und ein neues Schloss verbaut werden, obwohl gar nichts kaputt war. In Vierteln mit hoher Fluktuation und vielen, die die Stadt nicht kennen, funktioniert das besonders gut. Deshalb rede ich so deutlich darüber.
Die roten Flaggen, an denen Sie Abzocke erkennen
- Ein Festpreis am Telefon, der unter 50 Euro liegt. Seriös geht das in München nicht.
- Keine klare Anfahrtspauschale und kein Firmensitz, den Sie prüfen können.
- Sofort wird vom Bohren geredet, obwohl die Tür nur zugefallen ist.
- Nur Barzahlung, keine ordentliche Rechnung mit Adresse und Steuernummer.
- Druck und Hektik, damit Sie nicht nachdenken oder vergleichen.
Mein Rat, den ich jedem in München gebe: Speichern Sie die Nummer eines ortsansässigen Dienstes ein, bevor Sie ihn brauchen. Fragen Sie am Telefon nach dem Gesamtpreis inklusive Anfahrt und lassen Sie ihn sich bestätigen. Und wenn vor Ort etwas völlig anderes verlangt wird, unterschreiben Sie nichts und zahlen Sie nicht den überzogenen Betrag.
Wer zahlt: Mieter, Vermieter oder Versicherung
Jetzt zum Kern, der Kostenfrage. Sie hängt an einer einzigen Unterscheidung, die die meisten nicht auf dem Schirm haben.
Zugefallen oder abgeschlossen, und warum das alles entscheidet
Ist die Tür nur zugefallen, weil der Schlüssel drinnen liegt, dann liegt das Missgeschick bei Ihnen, und Sie tragen die Kosten. Das ist unabhängig davon, ob Sie Mieter oder Eigentümer sind. So unromantisch das klingt, so ist es. Der Vermieter hat mit einer zugefallenen Tür nichts zu tun.
Anders wird es, wenn das Schloss defekt ist. Klemmt der Zylinder, ist er ausgeleiert, bricht der Schlüssel wegen Materialermüdung im vermieterseitig gestellten Schloss ab, dann ist das ein Mangel der Mietsache. Für die Instandhaltung des Schlosses ist grundsätzlich der Vermieter zuständig. Das heißt: Öffnung und Reparatur eines wirklich defekten Schlosses sind eher Vermietersache, der selbst verlorene Schlüssel ist Ihre Sache. Diese Linie ist im Alltag entscheidend, und sie ist der Grund, warum Sie sich immer eine Rechnung geben lassen sollten, auf der der Zustand des Schlosses vermerkt ist.
Und die Versicherung?
Für die reine Türöffnung nach dem eigenen Aussperren zahlt normalerweise keine Versicherung. Manche Hausratpolicen oder Schutzbriefe enthalten eine Assistanceleistung, die eine Notöffnung bis zu einem kleinen Betrag übernimmt, aber das ist die Ausnahme und steht im Kleingedruckten. Ein Blick in Ihre Police lohnt sich, verlassen Sie sich aber nicht darauf. Wurde der Schlüssel zusammen mit Ausweis und Adresse gestohlen und Sie tauschen deshalb das Schloss, ist das eine andere Geschichte, dann kann die Hausratversicherung je nach Vertrag beteiligt sein.
Wer es genau wissen will, wie die Haftung zwischen Mieter und Vermieter im Detail läuft, findet beim Deutschen Mieterbund verlässliche, neutrale Auskünfte. Ich verweise bewusst dorthin und erfinde hier keine Paragraphen, das bringt Ihnen im Zweifel nichts.
Schon ausgesperrt – und es eilt?
Preis vorab vom Profi, geprüfter Partner-Betrieb, Ø 22 Minuten vor Ort.
Zwei Fälle aus der Praxis
Letzten Monat in der Ludwigsvorstadt. Junger Mieter, Schlüssel auf dem Küchentisch vergessen, Tür fällt zu, es ist Sonntagabend. Er ruft den erstbesten Treffer aus dem Netz, ein Callcenter verspricht 49 Euro. Vor Ort will der Monteur 380 Euro in bar, angeblich sei die Tür ein Sicherheitsschloss und man müsse bohren. Nichts davon stimmte, die Tür war nur zugefallen. Er hat unterschrieben, weil er müde war und Ruhe wollte. Genau das ist der teure Fehler. Eine seriöse Öffnung hätte an dem Abend rund 160 Euro gekostet.
Anderer Fall, Sendling, gleiche Woche. Ältere Mieterin, der Zylinder ihrer Wohnungstür klemmt seit Tagen, an dem Abend geht gar nichts mehr, der Schlüssel dreht durch. Hier war das Schloss der Mangel, nicht die Frau. Wir haben geöffnet, den defekten Zylinder dokumentiert und der Hausverwaltung eine Rechnung ausgestellt, die den Defekt sauber benennt. Ergebnis: Sie musste die Öffnung und den neuen Zylinder nicht selbst tragen, weil es eben ein Instandhaltungsfall war. Der Unterschied zum ersten Fall ist nur ein Wort: defekt.
So sparen Sie sich das nächste Mal
Ein paar handfeste Dinge, die ich jedem rate, gerade bei den Mieten hier. Wer einmal 200 Euro für eine Nachtöffnung gezahlt hat, macht das meistens.
- Legen Sie einen Zweitschlüssel bei einer Vertrauensperson im Viertel ab, nicht unter der Fußmatte. In Bogenhausen und Trudering-Riem mit vielen Häusern und Reihenhäusern klappt das oft gut nachbarschaftlich.
- Lassen Sie rechtzeitig einen ordentlichen Zweitschlüssel anfertigen. Was beim Schlüssel nachmachen zu beachten ist, gerade bei gesicherten Schließanlagen, haben wir gesondert beschrieben.
- Hakt der Zylinder schon länger, warten Sie nicht auf den Totalausfall. Melden Sie den Mangel schriftlich dem Vermieter, dann ist die Zuständigkeit auch geklärt. Steht ohnehin ein Schlossaustausch an, planen Sie ihn, statt ihn im Notfall bezahlen zu müssen.
- Speichern Sie eine ortsansässige Nummer ein, bevor es passiert.
Häufige Fragen
Muss ich den geforderten Preis vor Ort zahlen, wenn er viel höher ist als am Telefon? Einen sittenwidrig überhöhten Preis müssen Sie nicht einfach hinnehmen. Notieren Sie alles, verlangen Sie eine Rechnung, zahlen Sie nicht bar unter Druck. Im Zweifel Anzeige und Beratung beim Mieterverein oder der Verbraucherzentrale. Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
Zahlt der Vermieter die Türöffnung? Nur wenn das Schloss defekt war, also ein Mangel der Mietsache vorlag. Haben Sie sich schlicht ausgesperrt, zahlen Sie selbst.
Ist ein Festpreis am Telefon seriös? Eine ehrliche Spanne inklusive Anfahrt ist seriös. Ein konkreter Minipreis von unter 50 Euro in München ist ein Warnsignal, nicht ein Schnäppchen.
Darf ich mein Schloss einfach selbst tauschen? Als Mieter dürfen Sie in einer Notlage öffnen und bei echtem Defekt reparieren lassen, den Originalzylinder aber aufbewahren. Einen dauerhaften Tausch ohne Not sollten Sie mit dem Vermieter abstimmen.
Mein Fazit
Ausgesperrt ist ärgerlich, aber kein Grund, das Doppelte zu zahlen. Merken Sie sich die eine Unterscheidung, zugefallen zahlen Sie, defekt zahlt eher der Vermieter, und lassen Sie sich immer eine Rechnung geben. Rufen Sie einen ortsansässigen Betrieb, der Ihnen vorab einen Gesamtpreis nennt. Wenn es jetzt gerade brennt, erreichen Sie uns über den Notdienst. Weitere Ratgeber rund um Schloss, Schlüssel und Miete finden Sie in unserem Ratgeber, häufige Fragen in den FAQ, und alles zu Terminen und Einsatzgebieten in München.


