Kurz vorweg, weil es die Frage ist, die mir am Telefon zuerst gestellt wird: In Hanau und im Umland wird nicht wahllos eingebrochen, sondern dort, wo es schnell und leise geht. Und der beste Schutz ist kein Alarm, der nach dem Bruch losgeht, sondern eine Tür oder ein Fenster, das dem Schraubendreher lange genug standhält. Die meisten Täter geben nach wenigen Minuten erfolglosen Hebelns auf. Genau darum dreht sich alles, was ich Ihnen hier erzähle.
Ich bin seit vierzehn Jahren im Einbruchschutz unterwegs, berate Privatleute und kleine Betriebe rund um Hanau, und ich sehe jede Woche dieselben zwei Dinge: Häuser, die viel Geld für Technik ausgegeben haben, die niemand bedient, und Häuser, an denen dreihundert Euro an der richtigen Stelle den Einbruch verhindert hätten. Reden wir über die richtige Stelle.
Wo in Hanau tatsächlich eingebrochen wird
Einbrecher sind Gewohnheitstiere, keine Genies. Sie mögen Rückzugswege, Dunkelheit und Anonymität. In Hanau heißt das konkret: die Reihenhaus- und Doppelhauszeilen in den Randlagen. In Mittelbuchen und Klein-Auheim liegen die Gärten hinten, oft an Feldwegen oder Grünstreifen, uneinsehbar von der Straße. In Großauheim sorgt die Nähe zu Bahn und Ausfallstraßen dafür, dass jemand schnell wieder weg ist. Und in einer ruhigen Sackgasse in Wilhelmsbad ist tagsüber oft niemand da, der etwas mitbekommt.
Das Muster ist fast immer gleich. Vorne die schöne Haustür, an der keiner arbeitet, weil sie zur Straße zeigt. Hinten die Terrassen- oder Balkontür, an der gehebelt wird, weil sie niemand sieht. Die überwiegende Mehrheit der Wohnungseinbrüche läuft über genau diese aufgehebelten Fenster und Terrassentüren, das ist bundesweit so und in Hanau nicht anders. Wer das weiß, weiß auch, wo sein Geld hingehört: nach hinten, nicht nach vorne.
Warum die Statistik trügt und was sie trotzdem sagt
Ich erfinde Ihnen keine Fallzahlen für Hanau, denn ehrlich gesagt schwanken die von Jahr zu Jahr und sagen dem einzelnen Haushalt wenig. Was die Polizeiliche Kriminalstatistik des BKA aber verlässlich zeigt, ist der Charakter der Tat: Wohnungseinbruch bleibt zu einem großen Teil Gelegenheitstat, die Aufklärungsquote ist bundesweit niedrig, und ein sehr hoher Anteil der Versuche scheitert an guter mechanischer Sicherung. Das ist die einzige Zahl, die zählt. Nicht wie oft, sondern wie leicht.
Die Terrassentür ist Ihre Schwachstelle Nummer eins
Wenn Sie in einem Reihenhaus aus den Siebzigern oder Achtzigern wohnen, und davon gibt es in Hanau reichlich, dann ist Ihre Terrassentür vermutlich eine Schiebe- oder Drehkipptür mit ganz normalen Rollzapfen. Die halten die Tür zu, aber sie halten keinem Hebel stand. Ein Schraubendreher unter den Rahmen, ein kurzer Ruck, das Ganze springt auf. Zehn Sekunden, kein Lärm.
Die Lösung heißt Pilzkopfverriegelung. Statt runder Zapfen greifen pilzförmige Bolzen in stabile Schließbleche und verkrallen sich beim Hebelversuch. Bei neueren Fenstern lässt sich das teils nachrüsten, bei älteren baut man abschließbare Zusatzsicherungen an, oben und unten, die den Flügel im Rahmen festhalten. Ich rate fast immer zu geprüften Bauteilen nach DIN, die Sie an der Widerstandsklasse RC2 erkennen. Alles darunter ist Deko.
Was kostet das? Realistisch liegen Sie pro Fenster oder Terrassentür bei 80 bis 250 Euro Material je nach Bauart, plus Montage. Ein ganzes Erdgeschoss abzusichern, kostet selten mehr als ein einziger gut ausgestatteter Einbruch an Schaden und Nerven anrichtet. Was im Detail zu Ihrer Tür passt, klären wir bei einer Beratung vor Ort, das steht auch auf unserer Seite zum Einbruchschutz.
Die Haustür: nicht vergessen, aber richtig einordnen
Jetzt drehe ich meine eigene Aussage ein Stück weit um. Die Haustür ist selten der Einbruchsweg, aber sie ist oft das Schlusslicht bei der Sicherheit, und das ärgert mich. Denn eine schwache Haustür lädt zu einer anderen Methode ein: dem Ziehen des Zylinders. Steht Ihr Schließzylinder auch nur zwei, drei Millimeter über den Beschlag hinaus, setzt jemand eine Zange an und reißt ihn samt Mechanik heraus. In dreißig Sekunden offen.
Dagegen hilft ein ganz konkretes Trio: ein Sicherheitszylinder mit Ziehschutz, ein Schutzbeschlag mit Zylinderabdeckung, und ein Schließblech, das etwas taugt. Wenn Ihr Schließzylinder übersteht oder Sie ihn seit dem Einzug nie getauscht haben, ist das der günstigste große Sicherheitsgewinn, den Sie kaufen können. Wo ein kompletter Schlossaustausch sinnvoller ist als das Aufrüsten der alten Mechanik, hängt vom Türblatt ab, und das sieht man erst vor Ort.
Letzte Woche in Klein-Auheim
Ein Fall von letzter Woche, weil er so typisch ist. Familie in einem Reihenmittelhaus in Klein-Auheim, Garten hinten am Feldrand. Die Nachbarn waren im Urlaub, bei den Leuten selbst wurde am helllichten Nachmittag die Terrassentür aufgehebelt. Schmuck weg, Chaos in den Schubladen, der klassische Ablauf. Als ich zur Nachrüstung kam, zeigte ich der Frau die Hebelspur: sauber unter dem Griff angesetzt, weil dort der einzige Verriegelungspunkt saß. Wir haben abschließbare Zusatzschlösser oben und unten montiert und den Griff durch einen mit Aushebelschutz ersetzt. Materialkosten rund 210 Euro. Der Schaden vom Einbruch: dreistellig allein an der Tür, plus alles, was nicht versichert war. Die Reihenfolge war leider die falsche.
Nachbarn schlagen Technik
Das hören Verkäufer teurer Alarmanlagen ungern, aber es ist wahr: Eine aufmerksame Nachbarschaft ist der wirksamste und billigste Einbruchschutz, den es gibt. In den gewachsenen Reihenhauszeilen von Mittelbuchen oder Wilhelmsbad funktioniert das oft noch von allein. Wo es das nicht tut, verabreden Sie es. Wer sieht, dass mein Rollladen morgens hochgeht, wenn ich verreist bin? Wer nimmt das Paket an, damit keine Zettel an der Tür kleben und Abwesenheit signalisieren?
Die Polizeiliche Beratung bietet dazu kostenlose Vor-Ort-Termine an, und die Verbraucherzentrale erklärt neutral, welche Technik ihr Geld wert ist und welche nicht. Ich verlinke die bewusst, weil ich niemandem etwas verkaufen will, was er nicht braucht. Ein Blick auf die Hinweise der Verbraucherzentrale vor dem Kauf einer Kameraanlage hat schon manchen vor Fehlkäufen bewahrt.
Schon ausgesperrt – und es eilt?
Preis vorab vom Profi, geprüfter Partner-Betrieb, Ø 22 Minuten vor Ort.
Alarm, Kamera, Licht: was sich lohnt und was nicht
Meine Meinung, unverblümt, nach vierzehn Jahren: Kameras verhindern selten einen Einbruch, sie dokumentieren ihn. Für die Aufklärung nett, für den Schutz Ihrer Wohnzimmer zweitrangig. Bewegungsmelder mit Licht dagegen wirken, weil sie den Rückzugsweg beleuchten und Aufmerksamkeit erzeugen, genau das, was ein Täter meidet.
Eine Alarmanlage ist sinnvoll, aber erst als Ergänzung zur Mechanik, nie als Ersatz. Ein Alarm, der losgeht, wenn das Fenster schon offen ist, kommt zu spät für das, was Ihnen lieb ist. Erst die Tür verstärken, dann melden. In dieser Reihenfolge. Wenn Sie mehrere Zugänge oder eine Einliegerwohnung haben, lohnt sich manchmal eine durchdachte Schließanlage, damit Sie nicht mit fünf Schlüsseln hantieren.
Die drei Fragen, die ich jedem stelle
- Wo liegt Ihr am schlechtesten einsehbarer Zugang? Dort fängt die Absicherung an, nicht an der Vorderseite.
- Wie alt sind Ihre Fensterbeschläge? Vor 2005 verbaute Standardbeschläge sind fast immer nur Rollzapfen ohne Hebelschutz.
- Steht Ihr Zylinder über? Wenn ja, ist das die erste Baustelle, egal was sonst noch ansteht.
Was ich in dieser Reihenfolge tun würde
Wenn Sie ein Reihenhaus in Hanau bewohnen und mit begrenztem Budget starten, dann so:
- Zuerst die hintere Terrassen- oder Balkontür sichern, weil dort statistisch eingebrochen wird.
- Dann die Erdgeschossfenster, vor allem die zum Garten und zur Seite.
- Dann Zylinder und Beschlag der Haustür auf Ziehschutz prüfen und tauschen.
- Danach erst über Bewegungslicht und, wenn überhaupt, eine Alarmanlage nachdenken.
Das ist keine Verkaufsliste, das ist die Reihenfolge, in der Ihr Geld am meisten Sicherheit kauft. Eine Übersicht aller Leistungen, mit denen wir das umsetzen, finden Sie unter Leistungen. Und wenn es schon passiert ist und die Tür heute noch zu muss, sind wir im Notdienst auch am Wochenende erreichbar. Wie wir in Hanau und den Stadtteilen arbeiten, steht auf unserer Seite für Hanau.
Häufige Fragen
Reicht ein Riegel im Baumarkt für 20 Euro? Als Ergänzung besser als nichts, als Hauptsicherung nein. Achten Sie auf geprüfte Bauteile und eine saubere Montage. Ein gutes Schloss schlecht montiert hält weniger als ein einfaches richtig gesetztes.
Zahlt die Versicherung, wenn ich nachrüste? Manche Hausratversicherungen honorieren geprüfte Sicherungstechnik mit besseren Konditionen. Fragen Sie vor dem Kauf nach, und heben Sie die Rechnungen auf. Das ist allgemeine Info, keine Versicherungsberatung.
Ich wohne zur Miete, darf ich das überhaupt? Zusatzschlösser und Fenstersicherungen sind meist unproblematisch, wenn sie rückstandsarm sind. Sprechen Sie mit dem Vermieter, oft trägt er sogar einen Teil, weil es sein Eigentum schützt.
Bringt eine Alarmanlage ohne mechanische Sicherung etwas? Wenig. Der Einbrecher ist drin, bevor jemand reagiert. Erst die Mechanik, dann die Meldung. Immer in dieser Reihenfolge.
Wie lange dauert so eine Nachrüstung? Ein Erdgeschoss mit Terrassentür und drei, vier Fenstern schaffen wir meist an einem Vormittag. Sie müssen dafür nicht renovieren und nichts aufstemmen.
Mein Fazit
Einbruchschutz in Hanau ist kein Hexenwerk und keine Frage teurer Elektronik. Es ist eine Frage der richtigen Reihenfolge. Sichern Sie zuerst das, was der Täter zuerst probiert: die uneinsehbare Tür nach hinten. Machen Sie es dem Schraubendreher schwer, und Sie haben das meiste geschafft, denn die meisten Versuche scheitern schlicht an der Zeit. Wenn Sie unsicher sind, wo Ihre Schwachstelle liegt, lassen Sie einmal jemanden mit geübtem Auge draufschauen. Fragen dazu beantworten wir vorab gern, und die häufigsten stehen auch in unseren FAQ.


