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Einbrüche in Frankfurt: welche Stadtteile am stärksten betroffen sind

Welche Frankfurter Stadtteile trifft es am häufigsten? Was die PKS-Trends andeuten und warum die Lage allein nicht über Ihr Risiko entscheidet.

Einbrüche in Frankfurt: welche Stadtteile am stärksten betroffen sind

Die ehrliche Antwort vorweg: In Frankfurt gibt es keinen Stadtteil, in dem nie eingebrochen wird, und keinen, in dem Sie sicher sind, nur weil die Adresse gut klingt. Ich sitze am Telefon und nehme die Anrufe entgegen, jeden Tag, und diese Frage kommt fast immer als Erstes. Die Tendenz aus den Polizeimeldungen und der Polizeilichen Kriminalstatistik ist klarer als jede genaue Zahl: Es trifft dort, wo Täter schnell rein und wieder raus kommen. Nicht dort, wo die Miete hoch ist.

Ich erkläre das den Leuten am Hörer immer mit demselben Satz. Der Einbrecher klingelt nicht an Ihrer Adresse, er klingelt an Ihrer schwächsten Tür. Und die schwächste Tür steht genauso im Westend wie im Gallus.

Welche Stadtteile in den Meldungen auftauchen

Wenn ich die Anrufe der letzten Jahre zusammenrechne und das mit dem vergleiche, was die Polizei und der PKS-Trend zeigen, ergibt sich ein Muster. Kein Ranking auf die Kommastelle, das wäre unseriös, aber ein Muster.

  • Bahnhofsviertel und Gallus: viele Mietshäuser dicht an dicht, wenig Sozialkontrolle, kurze Fluchtwege zur S-Bahn. Erdgeschosswohnungen sind hier oft dran.
  • Nordend-West und Bockenheim: die schönen Altbauten. Hohe Decken, große Fenster im Hochparterre, oft noch der originale Drehverschluss von 1910. Optisch ein Traum, mechanisch ein Scheunentor.
  • Sachsenhausen und Bornheim: weniger die Haustür, eher die Hinterhäuser, Gartentüren und Terrassentüren zum Hof hin.
  • Westend und Teile von Niederrad: gelten als ruhig, und genau das ist die Falle. Hier wird am wenigsten nachgerüstet, weil sich niemand betroffen fühlt. Eine einzelne schlecht gesicherte Wohnung sticht dann umso mehr heraus.
  • Ostend und Höchst: gemischtes Bild, abhängig vom Häuserblock. Höchst hat viel Altbau mit ebenerdigen Zugängen.

Sehen Sie das Muster? Es geht nie um den ganzen Stadtteil. Es geht um die Bauweise und um die Lage der einzelnen Wohnung im Haus. Eine Dachgeschosswohnung im Bahnhofsviertel ist schwerer zu knacken als ein Hochparterre im feinen Westend.

Warum die Lage allein nichts entscheidet

Das ist der Punkt, an dem ich am Telefon am häufigsten widerspreche. Die Leute wollen eine Landkarte mit roten und grünen Zonen. Die gibt es nicht.

Was wirklich zählt, ist der Aufwand, den ein Täter treiben muss. Die meisten Einbrecher in Frankfurt sind keine Profis mit Spezialwerkzeug. Es sind Gelegenheitstäter. Sie probieren, und wenn es nach zwei, drei Minuten nicht aufgeht, ziehen sie weiter zur nächsten Tür. Laut PKS-Trend scheitert ein sehr großer Teil der Versuche genau daran, an Mechanik, die ein paar Minuten standhält. Das ist die wichtigste Zahl im ganzen Thema, und sie hat nichts mit Ihrer Postleitzahl zu tun.

Die typischen Einladungen, die ich am Telefon abfrage:

  • gekipptes Fenster, auch im ersten Stock, wenn eine Mülltonne oder ein Vordach daneben steht
  • billiger Standardzylinder ohne Aufbohrschutz und ohne Schutzbeschlag, der über den Türrand übersteht
  • Terrassen- und Balkontür nur mit einfachen Rollzapfen statt Pilzkopfverriegelung
  • Kellertür oder Lichtschacht, an die seit Jahren niemand denkt

Letzte Woche in Bornheim und im Gallus

Zwei Anrufe, die das gut zeigen. Letzte Woche meldete sich eine Kundin aus Bornheim, ziemlich aufgelöst. Bei der Nachbarin im selben Hinterhaus war eingebrochen worden, über die Terrassentür zum Hof. Bei ihr nicht, obwohl die Wohnungen baugleich sind. Der Unterschied: Sie hatte vor zwei Jahren auf meinen Rat hin abschließbare Fenstergriffe und an der Terrassentür Pilzkopfzapfen nachrüsten lassen. Kosten damals rund 110 Euro pro Fensterelement. Die Nachbarin hatte gesagt, das brauche sie nicht, hier sei es doch ruhig.

Der zweite Anruf kam aus dem Gallus. Ein Mieter, in dessen Haus innerhalb einer Woche zwei Wohnungen aufgebrochen wurden. Seine nicht. An seiner Tür saß ein ABUS-Zylinder nach DIN EN 1303 mit Aufbohr- und Ziehschutz, dazu ein Schutzbeschlag, der den Zylinder bündig abdeckt. Der Täter hat es laut Kratzspuren versucht und aufgegeben. Diese Aufrüstung hatte ihn seinerzeit rund 140 Euro gekostet, Material und Einbau. Zwei Wohnungen weiter fehlte genau das, und es war ein Standardzylinder für 12 Euro aus dem Baumarkt drin.

Das ist der ganze Unterschied. Nicht der Stadtteil. Die Tür.

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Wann eingebrochen wird, nicht nur wo

Die zeitliche Seite vergessen die meisten. Der PKS-Trend zeigt seit Jahren dasselbe Bild, und ich höre es an den Anrufen: Die dunkle Jahreszeit zwischen Oktober und Februar ist Hochsaison. Und der Einbruch passiert oft nicht nachts, sondern am frühen Abend, in der Dämmerung. Da ist niemand zu Hause, weil noch nicht Feierabend ist, aber es ist dunkel genug, dass eine unbeleuchtete Wohnung von außen sichtbar leer wirkt.

Für Frankfurt heißt das konkret: Wer im Erdgeschoss oder Hochparterre wohnt und im Winter abends regelmäßig nicht da ist, hat das höhere Risiko. Völlig egal, ob die Klingel im Westend hängt oder im Gallus. Eine simple Zeitschaltuhr fürs Wohnzimmerlicht für 8 bis 15 Euro bringt hier mehr als manche denken. Eine Kamera dagegen merkt der Täter erst, wenn er längst an der Tür steht. Abschreckung wirkt, bevor jemand ansetzt, nicht danach.

Was ich am Telefon konkret empfehle

Ich bin keine Technikerin, ich vermittle die Einsätze. Aber ich höre seit Jahren, was unsere Monteure berichten, und die Reihenfolge ist immer dieselbe.

Fangen Sie bei der Mechanik an, nicht bei der Elektronik. Ein guter Schließzylinder mit Ziehschutz und ein stabiler Schutzbeschlag sind das Erste. Bei den Fenstern Pilzkopfzapfen und abschließbare Griffe. Erst danach lohnt das Gespräch über Alarm oder smarte Technik.

Eine grobe Hausnummer, damit Sie am Telefon nicht überrascht werden:

Maßnahmerealistische Spanne
Standardzylinder Baumarkt (taugt wenig)12 bis 40 Euro Material
guter Sicherheitszylinder mit Ziehschutz60 bis 150 Euro Material
Schutzbeschlag nach DIN 18257 (ES1/ES2)30 bis 90 Euro
Pilzkopf-Nachrüstung pro Fensterelement90 bis 140 Euro
abschließbarer Fenstergriff15 bis 40 Euro pro Stück

Material plus Einbau, je nach Tür und Aufwand. Wer eine Förderung mitnehmen will: Die KfW hat Programme für Einbruchschutz, das lohnt sich vor allem, wenn Sie ohnehin mehrere Fenster und die Tür gleichzeitig machen.

Wie die mechanische Aufrüstung im Detail aussieht, lesen Sie in unserer Übersicht zum Einbruchschutz. Wenn Sie verstehen wollen, warum eine Mehrfachverriegelung an der Tür so viel mehr bringt als ein einzelner Riegel, hilft der Ratgeber Mehrfachverriegelung und Zusatzriegel weiter. Und wer wissen will, was die DIN-Normen hinter ABUS und Co eigentlich bedeuten, findet das in DIN-Normen und Widerstandsklassen erklärt.

Häufige Fragen, die ich am Hörer höre

Ist mein Stadtteil zu gefährlich, soll ich umziehen? Nein. Ich habe noch keinen Frankfurter Stadtteil erlebt, in dem eine gut gesicherte Erdgeschosswohnung reihenweise aufgebrochen wurde. Sichern Sie die Tür, dann ist die Adresse zweitrangig.

Lohnt sich eine Alarmanlage mehr als neue Zylinder? In den allermeisten Fällen nicht zuerst. Der Alarm geht los, wenn der Täter schon drin ist. Die Mechanik soll ihn gar nicht erst reinlassen. Erst Mechanik, dann Elektronik.

Zahlt das die Versicherung, wenn eingebrochen wurde? Das hängt vom Vertrag ab und davon, wie die Tür gesichert war. Was Hausrat- und Wohngebäudeversicherung dabei verlangen, steht in Versicherung und Schlösser. Im Zweifel vorher mit dem Versicherer klären, nicht erst hinterher.

Bei mir wurde gerade eingebrochen, was jetzt? Erst die Polizei, dann uns. Nichts an der aufgebrochenen Tür anfassen, bis die Spuren aufgenommen sind. Danach hilft unser Notdienst sofort mit einer Notsicherung oder einem neuen Schloss. Wenn Sie nur Fragen zur Nachrüstung haben, erreichen Sie uns ganz normal über die Kontaktseite.

Unterm Strich, und das sage ich jedem am Telefon: Schauen Sie nicht auf die Statistik Ihres Stadtteils. Schauen Sie auf Ihre eigene Tür und Ihre eigenen Fenster. Das ist das, was zählt, in Bornheim genauso wie im Westend.

Zuletzt aktualisiert am 21. Mai 2026
Marie Köhler

Marie Köhler

Kundenberaterin und Disponentin bei Schlüsseldienst Notdienst

Marie nimmt die Notrufe entgegen und koordiniert, wer wohin fährt. Sie hört am Telefon sofort, ob jemand gerade ausgesperrt und in Panik ist.

7+ Jahre Erfahrung Kundenberaterin und Disponentin

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